Den Höhepunkt des Abends stellte die darauffolgende Podiumsdiskussion dar, in der sich Franz Fischler, ehemaliger EU-Kommissar und Präsident des Forum Alpbach, Ursula Plassnik, Österreichische Botschafterin in Bern, und Franz Schellhorn von der Agenda Austria, der schweren Existenzkrise der Europäischen Union widmeten, die sowohl von rechts als auch links populistisch genutzt wird. „Die Programmatik rechter Parteien lässt sich durch Populismus besser verkaufen“, verdeutlichte Fischler die Schwierigkeit gegen den Populismus in Europa anzukämpfen.
Der Abschlusstag startete mit einer Pressestunde mit dem ehemaligen Bayrischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein. Im Gespräch mit Sigmund Gottlieb, Chefredakteur des Bayrischen Fernsehens, warnte Beckstein vor dem türkischen Präsidenten Erdogan. Die Entwicklung in der Türkei, die Beckstein aus persönlichen Kontakten sehr gut kennt, bezeichnete er als besorgniserregend, allen voran mit Blick auf die Medienfreiheit. Er ortete auch „gefährliche Islamisierungstendenzen“.


Bereichernde Gespräche
Zum Finale des diesjährigen Mediengipfels unterhielten sich führende Auslandskorrespondenten unter der Moderation von Markus Spillmann, dem Leiter der Medienakademie, über die fragile Sicherheit Europas und das Risiko eines neuen Kalten Krieges. Susanne Glass, Studioleiterin der ARD in Tel-Aviv, Carola Schneider, ORF-Büroleiterin in Moskau, Niklaus Nuspliger, EU- und Nato-Korrespondent der NZZ in Brüssel, Johannes Hano, USA-Korrespondent des ZDF und Pascal Thibaut, Korrespondent für RFI in Berlin, analysierten am Podium den Wahlsieg Trumps, die Folgen des Brexit und die Bedeutung dessen für die Sicherheit Europas. „Man braucht nicht einzumarschieren, die Gesellschaften können auch von Innen heraus destabilisiert werden,“ zeigte sich Hano nachdenklich und betonte: „Es ist kein neuer Kalter Krieg im militärischen Sinne, sondern ein Krieg der Ideen zwischen autoritären und liberalen Gesellschaftsmodellen“.
Die Podiumsteilnehmer waren sich am Ende aber darin einig, dass es durchaus auch Hoffnung gibt – und sich Europa angesichts der weltpolitischen Veränderungen wieder verstärkt auf die eigenen Werte und Stärken besinnen müsse und auch könne.
Mit diesem Appell endete nach drei Tagen vor der malerischen Kulisse des Arlbergs der 10. Europäische Mediengipfel. Er brachte den Teilnehmern nachdenkliche, erheiternde und bereichernde Momente, mit hochkarätigen Gesprächen spannender Persönlichkeiten. Im Fokus stand der Populismus und die von ihm ausgehenden Gefahren für Europa und die Demokratie. In einem Punkt waren sich alle Politiker, Wirtschaftsexperten und Medienvertreter einig: Will man dem Phänomen Populismus trotzen, braucht es einen starken Zusammenhalt nicht nur innerhalb der EU, sondern aller Europäer.

Fotogalerie APA-Fotoservice: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/8346/

LIVE-TICKER zum 10. Europäischen Mediengipfel unter http://mediengipfel.mohomedia.net/live/mediengipfel16

Weitere Infos unter http://www.mediengipfel.at/de/index.php

Über den Mediengipfel

Seit dem Gründungsjahr 2007 bildet der Europäische Mediengipfel in Lech am Arlberg einen außergewöhnlichen Rahmen für Diskussionen, in denen ungefilterte Einblicke und fundierte Ausblicke in die anhaltend turbulente Welt der Medien, die europäische Politik und die wirtschaftlichen wie gesellschaftspolitischen Zusammenhänge der europäischen Lebensrealität geboten werden. Der unter der Schirmherrschaft des österreichischen Außenministeriums stehende Europäische Mediengipfel – von der Kommunikationsagentur pro.media kommunikation initiiert und seither federführend mit Lech Zürs Tourismus GmbH und dem Verband der Auslandspresse in Wien organisiert – wird von der Gemeinde Lech und dem Land Vorarlberg, dem Europäischen Parlament, dem Presseclub Concordia und der Tagezeitung „Der Standard“ sowie von der D. Swarovski Tourism Services Gmbh, der Telekom Austria Group und Mercedes Benz unterstützt. Weitere Partner sind die Standortagentur Tirol sowie die Tirol Werbung. Als Medienpartner der Veranstaltung fungieren Der Standard, Neue Zürcher Zeitung, nzz.at,  APA – Austria Presse Agentur, Handelsblatt, Tiroler Tagezeitung sowie Vorarlberger Nachrichten. Unter der Schirmherrschaft des Europäischen Parlaments (EVP) findet ein Stipendienprogramm für 15 Studierende statt. Weiters ermöglicht eine internationale Medienakademie 15 NachwuchsjournalistInnen Praxiserfahrung unter Echtzeitbedingungen. Die Medienakademie wird unterstützt vom Europäischen Parlament, dem Forum für Journalismus und Medien Wien, APA – Austria Presseagentur sowie der Moser Holding und Russ Media.

*Die Aussendungen zum Europäischen Mediengipfel 2016 werden im Rahmen der Medienakademie unter der Leitung des Schweizer Medienexperten Markus Spillmann erstellt.

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