Ein Geburtstagsgeschenk sozusagen haben das Land Tirol (Abteilung Hochbau), die Tiroler Landesgedächtnisstiftung und Innsbruck Tourismus Kaiser Maximilian I. zu seinem 562. Geburtstag gemacht: Das von seinem Enkel Kaiser Ferdinand I. und zu seinen Ehren errichtete Kenotaph wurde mit einem modernen Beleuchtungssystem versehen – und am 22. März feierlich präsentiert. Die neue Beleuchtung des Grabmals rückt nun die interessanten Reliefs in optimales Licht und stärker in den Fokus der Betrachterinnen und Betrachter. Die 24 Bildreliefs an den Wänden des Hochgrabs, die zu jener Zeit von den Brüdern Bernhard und Arnold Abel sowie von Alexander Colin aus feinstem weißem Marmor geschaffen wurden, zeigen Ausschnitte aus dem Leben von Kaiser Maximilian I.

Die Gesamtkosten des Beleuchtungssystems belaufen sich auf circa 30.000 Euro. Kostenseitig wurde jeweils ein Drittel von der Abteilung Hochbau vom Land Tirol, der Tiroler Landesgedächtnisstiftung und Innsbruck Tourismus übernommen. Für das Konzept und die Ausführung zeichnete der heimische Licht-Spezialist Bartenbach verantwortlich. Die gesamte Elektrik wurde ausgetauscht, die Leuchtmittel auf dimmbare LED umgestellt sowie die Steuerung komplett erneuert. Da die Hofkirche in ihrer Gesamtheit denkmalgeschützt ist und es sich beim Kenotaph um das wichtigste Denkmal Tirols handelt, durfte es bei Gitter und Marmor keinerlei Eingriffe geben. Folglich wurden die alten bzw. bestehenden Befestigungsvorrichtungen genutzt. Die Arbeiten wurden durch Betriebstechniker der Tiroler Landesmuseen in Absprache mit dem Tiroler Volkskunstmuseum und dem Bundesdenkmalamt koordiniert und Anfang März abgeschlossen.

Mag. Dr. Peter Assmann, Direktor der Tiroler Landesmuseen, zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis der zweiwöchigen Arbeiten: „Unsere Besucherinnen und Besucher können dank der neuen Beleuchtung nun noch besser in die Welt Kaiser Maximilians eintauchen und die Reliefs in ihrer gesamten Schönheit bewundern. Ich freue mich sehr, dass diese Kooperation mit dem Land Tirol, der Tiroler Landesgedächtnisstiftung und Innsbruck Tourismus erfolgreich abgeschlossen werden konnte.“

Auch DDr. Herwig Van Staa, Vorsitzender des Kuratoriums der Tiroler Landesgedächtnisstiftung, freut sich über die gelungene Umsetzung: „Es ist ein wichtiges Anliegen der Landesgedächtnisstiftung, Initiativen und Projekte zum Erhalt und zur Pflege von historischem Kulturgut in Tirol zu unterstützen. Die Hofkirche ist ein europaweit einzigartiges Denkmal. Die Reliefs sind Glanzpunkte europäischer Bildhauerarbeit und eindrucksvolles Zeugnis der herausragenden Stellung der Innsbrucker Hofkirche in der Hofkunst.“

Dr. Karl Gostner, Obmann von Innsbruck Tourismus, unterstreicht die Bedeutung des Grabmals für Einheimische und Gäste: „Durch die neue Beleuchtung kommen die Reliefs auf dem Kenotaph so gut zur Geltung, dass das Publikum ihre herausragende Qualität endlich richtig wahrnehmen kann. Innsbruck Tourismus wird dies zum Anlass nehmen, um auf die kunsthistorische Bedeutung des Gesamtkunstwerks, des Grabmals und der Schwarzen Mander hinzuweisen und verstärkt zu einem Besuch der Hofkirche einzuladen.“ 
Im Jahr 2019 zählte die Innsbrucker Hofkirche über 138.000 Besucherinnen und Besucher. Die Hofkirche ist für den Publikumsbesuch von Montag bis Samstag von 9 bis 17 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 12.30 bis 17 Uhr zugänglich.

Über das Kenotaph und die Reliefs
Die Innsbrucker Hofkirche wurde in den Jahren 1553 bis 1563 erbaut. Den klaren Mittelpunkt definiert das Grabmal Kaiser Maximilian I. (Wiener Neustadt 22. März 1456 – Wels 12. Januar 1519). 24 Marmorreliefs schmücken die Seitenfelder des Kenotaphs und repräsentieren Ausschnitte der wichtigsten politischen Ereignisse aus dem Leben Maximilians. Die Reliefs reichen von der Heirat mit Maria von Burgund über die Belagerung Kufsteins bis hin zu seinem triumphalen Einzug in Wien. 21 Reliefs wurden von Bildhauer Alexander Colin (1527/29-1612) geschaffen, die restlichen drei Reliefs fertigten die Brüder Bernhard (gest. 1563) und Arnold Abel (gest. 1564) an. Die Brüder stammen vermutlich aus Köln und arbeiteten in Prag und Wien. Umgeben wird das Kenotaph von einem polychromen Renaissancegitter, welches der Prager Hofschlosser Jörg Schmiedhammer 1573 basierend auf den Entwürfen des Innsbrucker Malers Paul Trabel fertigte. Das neue Beleuchtungssystem verbirgt sich hinter diesem Gitter und lässt das gesamte Kenotaph in einem angemessenen Licht aufleuchten.

Genaue Details zu den 24 Reliefs, die das Grabmal verzieren, finden Sie hier.

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v.l.n.r. Christoph Gapp (Head of Lighting Design Bartenbach), Dr. Peter Assmann ...weiter

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PDF Genaue Details zu den 24 Reliefs, die das Grabmal verzieren.

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