Silberzehner: Begrenzte Verfügbarkeit im Weihnachtsgeschäft
Gesetzliche Rahmenbedingungen begrenzen die Umlaufmenge – geringer Rückfluss lässt heuer keine weitere Ausgabe zu.
Datum: 01.10.2026
Ort: Schwaz
Ressorts: Freizeit, Tourismus, Wirtschaft
Kunde: Tourismusverband Silberregion Karwendel
Der Silberzehner ist seit vielen Jahren ein beliebtes regionales Zahlungsmittel und insbesondere in der Vorweihnachtszeit ein gefragtes Geschenk. In diesem Jahr müssen sich Kundinnen und Kunden allerdings auf eine eingeschränkte Verfügbarkeit einstellen: Aufgrund der geltenden gesetzlichen Rahmenbedingungen und des derzeit sehr geringen Rückflusses können 2026 keine weiteren Silberzehner neu in Umlauf gebracht werden. Grund dafür sind die gesetzlichen Vorgaben, insbesondere die Regelungen des Zahlungsdienstegesetzes 2018, sowie die daraus resultierenden Vorgaben in der Abwicklung durch die Sparkasse Schwaz. Demnach ist die Anzahl der gleichzeitig im Umlauf befindlichen Silberzehner auf maximal 100.000 Stück begrenzt. Aktuell befindet sich ein sehr großer Teil der bereits ausgegebenen Silberzehner weiterhin im Umlauf. Die Gutscheine werden nur langsam bei den teilnehmenden Betrieben eingelöst und anschließend rückgeführt. Damit ist die zulässige Umlaufmenge weitgehend ausgeschöpft und eine weitere Ausgabe derzeit nicht möglich.
Regionaler Wirtschaftskreislauf entscheidend
Der geringe Rückfluss hat noch einen weiteren Effekt: Der ursprünglich beabsichtigte Kreislauf des Silberzehners – Kaufkraft in der Region zu halten und möglichst rasch wieder der heimischen Wirtschaft zuzuführen – funktioniert derzeit nicht im gewünschten Ausmaß. „Der Silberzehner wurde geschaffen, um regionale Kaufkraft zu binden und unsere heimischen Betriebe zu stärken. Das funktioniert dann am besten, wenn die ausgegebenen Silberzehner auch tatsächlich wieder bei unseren Unternehmen eingelöst werden und damit in den regionalen Wirtschaftskreislauf zurückfließen“, erklärt Elisabeth Frontull, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Silberregion Karwendel. Gleichzeitig richtet sich daher ein Appell an alle teilnehmenden Betriebe: Bereits eingelöste bzw. aufgelöste Silberzehner sollen möglichst zeitnah zur Abrechnung zurückgegeben und nicht über einen längeren Zeitraum gesammelt werden. Nur durch eine konsequente Rückführung kann sichergestellt werden, dass der tatsächliche Umlauf korrekt erfasst wird und der vorgesehene Kreislauf des Silberzehners funktioniert.
Auch an Besitzerinnen und Besitzer älterer Silberzehner richtet sich ein wichtiger Hinweis: Der Name „Silberzehner“ bezeichnet die regionale Gutscheinmünze, die Münzen selbst bestehen jedoch nicht aus Silber. Sie besitzen daher keinen entsprechenden Silber- bzw. Materialwert und erfahren auch keine Wertsteigerung aufgrund eines steigenden Silberpreises. Wer Silberzehner zu Hause aufbewahrt, kann diese daher am sinnvollsten ihrem eigentlichen Zweck zuführen und bei einem der teilnehmenden heimischen Betriebe einlösen. Aus diesem Grund können im laufenden Jahr keine zusätzlichen Silberzehner mehr aufgelegt bzw. neu in Umlauf gebracht werden.
Engpässe vor Weihnachten erwartet
Besonders bemerkbar machen könnte sich diese Situation im bevorstehenden Weihnachtsgeschäft. Der Silberzehner ist traditionell ein beliebtes Geschenk, entsprechend hoch ist die Nachfrage in den Wochen vor Weihnachten. Aufgrund der begrenzten verfügbaren Stückzahl ist daher mit Engpässen zu rechnen. Es kann auch dazu kommen, dass zeitweise oder vollständig keine Silberzehner mehr erhältlich sind. „Uns ist bewusst, dass diese Situation gerade vor Weihnachten für viele Kundinnen und Kunden, aber auch für unsere Wirtschaftsbetriebe bedauerlich ist. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen lassen uns hier jedoch keinen Spielraum. Umso wichtiger ist es, dass bereits vorhandene Silberzehner ihrer eigentlichen Bestimmung zugeführt werden: einlösen, regionale Betriebe stärken und damit den Wirtschaftskreislauf in unserer Region unterstützen“, so Frontull.