Nur online erreichbar, stets das Smartphone vor Augen und in Social Media unterwegs, wählerisch, hypermobil und sprunghaft: Die Generationen Y (1980 – 1995) und Z (1995 – 2010) zeigen Verhaltensmuster, die Unternehmer bzw. Arbeitgeber, aber auch die Politik oft ratlos zurücklassen. Aber genau jene Generationen sind die Arbeitskräfte und Wähler von heute. Sie sind deutlich weniger als die Babyboomer – und so verschärft sich z.B. der aktuelle Fachkräftemangel mit dem „Heranwachsen“ dieser Generation weiter. Und auch klassische Parteien „landen“ immer schwerer in der Lebensrealität junger Menschen. Wie also findet man Wege, um als Unternehmen, als politische Organisation oder traditionelle Institution mit der Jugend auf Augenhöhe zu agieren? Dazu gaben renommierte Referenten im Rahmen des Forums Anregungen.

„Die Sicherung bzw. Stärkung des Wirtschaftsstandorts Tirol ist unser wichtigstes Ziel. Wir stehen als Unternehmer im globalen Wettbewerb – und so heißt es trotz aktuell sehr guter Zahlen natürlich auch für uns wachsam zu bleiben, wenn sich mögliche Anzeichen einer Konjunkturschwäche in Europa andeuten“, so der Präsident der Tiroler Adler Runde Anton Pletzer.

„Eine der größten Herausforderungen stellt aktuell das Finden geeigneter Mitarbeiter dar. Zahlreiche Unternehmen in Tirol müssen Aufträge ablehnen, weil Mitarbeiter fehlen. Wir sehen in unseren Betrieben, dass es neue Strategien braucht, um gemeinsam mit den ‚Newcomern‘ aus der Digitalen Welt erfolgreich sein zu können. Und so haben wir für unsere Unternehmer Experten zu genau diesem Zukunftsthema eingeladen“, ergänzt Ingeborg Freudenthaler, die Sprecherin der Tiroler Adler Runde.

Zukunftsfit durch ein Miteinander auf Augenhöhe

Philipp Riederle, der mit 13 Jahren seinen ersten Podcast startete und mit 15 Jahren sein erstes Unternehmen gründete, versteht die Digitale Generation so gut wie kaum ein anderer. Der Berater namhafter Unternehmen fesselte das Publikum als  „Übersetzer“ zwischen der analogen und der digitalen Generation: In Punkto Arbeitskräftemangel wies er auf den demografischen Aspekt hin, der den Digital Natives in der Berufswahl zu Gute kommt:  „Wir sind die ,Wenigen'. Allein aus dem Grund können wir  Forderungen stellen, und die Arbeitgeber müssen sich damit auseinandersetzen“. Plakativ brachte er auf den Punkt, wo Technologie Arbeitskräfte ersetzen wird: „Die Digitalisierung wird zuvorderst auch Facharbeit bzw. höherqualifizierte Arbeit ersetzen. Künstliche Intelligenz kann programmieren – bis der Roboter Kaffee wirklich servieren kann bzw. dafür geschätzt wird, wird es dauern“.  Mit auf den Weg gab er den Unternehmern den Rat, sich selbst auch gedanklich auf den Paradigmenwechsel einzustellen: „Jedes Unternehmen -  egal in welcher Branchen, egal in welcher Größe -  ist heute zugleich auch Technologieunternehmen.“

Für Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier ist es wichtig, beim Blick auf die Digitale Generation auch das Milieu, dem sie zuzuordnen sind, mitzubetrachten. Daraus ergibt sich, welche Bedürfnisse im Vordergrund stehen bzw. in letzter Konsequenz auch was ein Arbeitsplatz erfüllen muss, um interessant zu sein. Gerade das Bedürfnis nach Sicherheit ist für jene, die man als „Besorgte Materialisten“ bezeichnet, besonders ausgeprägt – und diese sind in Summe mehr als die „Weltoffenen Individualisten“, die einen deutlich positiveren Blick auf die Zukunft haben. Wirtschaftlich bzw. unternehmerisch im Sinne des größtmöglichen Nutzens denken beide Gruppen – allein der Idealismus ist weniger existent.

Jugendbotschafter Ali Mahlodji brachte in seinem Vortrag das notwendige Miteinander als unabdingbaren Wettbewerbsvorteil auf den Punkt: „Wir müssen das Bewusstsein stärken, dass es um Menschen geht. Sowohl die Zukunft unserer Gesellschaft als auch die Zukunft des Arbeitsmarkts liegt im Potenzial aller Generationen und wie wir diese in den Gestaltungsprozess der Zukunft einbinden.“ Glaubenssätze, die den Erfahrungen der Nachkriegsgeneration geschuldet sind wie  „Euch soll es besser gehen“,  müssten modelliert werden, um der Lebensrealität der Jugendlichen zu entsprechen, so Mahlodji.

In der abschließenden Podiumsdiskussion lieferten Lena Stockinger (Siegerin im Landesjugend-Redewettbewerb), Ex-Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck und Unternehmer Joe Empl konkrete Erfahrungen im Kontext zu den Ausführungen der Referenten.

„Wir freuen uns, dass wir für das Podium, aber auch als Besucher neben den Experten und Unternehmern jugendliche Teilnehmer gewinnen konnten. Die ,digitale Generation' hat so eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie interessiert und engagiert ist, wenn man auf sie zugeht – und das tun wir“,  so Präsident Anton Pletzer abschließend.

Die Tiroler Adler Runde
Die Tiroler Adler Runde als unabhängige Plattform renommierter Tiroler Unternehmerinnen und Unternehmer engagiert sich als Schnittstelle zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Tirol.  Die Bewusstseinsbildung für die Bedeutung von Familienunternehmen und die Stärkung und Aufwertung von Tiroler Klein- und Mittelbetrieben zählen zu den Zielen, die die Runde verfolgt.

Weitere Infos: www.tiroler-adler-runde.at


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Fotos, 300 dpi

Der Vorstand der Tiroler Adler Runde auf "digitaler Augenhöhe" mit den Referenten: (v.l.) Peter Grüner, Klaus Mark, Philipp Riederle, Ingeborg Freudenthaler, Ali Mahlodji, Anton Pletzer und Fritz Unterberger.

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Auf dem Podium disktuierten Lena Stockinger (2. v. links), Margarete Schramböck und Joe Empel unter der Leitung von Moderatorin Anita Heubacher mit den Referenten.

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Philipp Riederle

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Bernhard Heinzlmaier

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Ali Mahlodji

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Ergänzten die Diskussionsrunde: Margarete Schramböck und Unternehmer Joe Empl.

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v.l. BTV-Vorstand Michael Perger und Vorstandsdirektor Franz Mair (Tiroler Versicherung) freuen sich ebenfalls über die gelungene Veranstaltung.

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Im Gespräch: Margarete Schramböck und Philipp Riederle.

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Der Vorstand der Tiroler Adler Runde auf "digitaler Augenhöhe" mit ...weiter

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