Ein Ort mit Geschichte
Die Lage der Innsbruck Information ist gleichermaßen prominent wie bedeutend für die Stadtgeschichte: An einem der zentralsten Orte der Stadt datiert der Baukern des Gebäudes mit Anfang des 16. Jahrhunderts – 1548 findet man die erste urkundliche Erwähnung als Hofstallung. Die weitere Geschichte ist wechselvoll. Das Gebäude war Militärdirektion, Offizierskaserne und Militärkanzlei, bevor es 1921 von der Stadt Innsbruck erworben und erneuert wurde.

„Wir sind stolz, dass die Halle „unserer“ Innsbruck Information im Kontext der Innsbrucker Stadtgeschichte eine besondere Rolle spielt. Erklärtes Ziel der Neugestaltung ist es so auch, die ursprüngliche Proportion und das Erscheinungsbild der Halle wieder sichtbar zu machen. Genauso wichtig war es für uns, die Umbauarbeiten in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt zu planen und die einmalige Chance zu nützen, auch Grabungen auf diesem historisch bedeutenden Boden zu ermöglichen“, beschreibt Dr. Karl Gostner (Obmann Innsbruck Tourismus). Mit Ardis Archäologie konnte ein Partner mit großer Erfahrung für die Grabungen gewonnen werden.

Informationen zu den Grabungen im Detail


Über die Grabungen im Detail informiert Dipl.-Ing. Walter Hauser vom Bundesdenkmalamt. Dank der Abtragung des modernen Betonbodens wurde es möglich, die verschiedenen Nutzungsphasen des Gebäudes freizulegen und zu dokumentieren bzw. Detaileinblicke in die Struktur des Raumes und des Mauerwerks zu gewinnen: Der große Raum nutzte als Südmauer die mittelalterliche (romanische) Stadtmauer, die aus Rollsteinen im Mörtelverbund errichtet worden war.

Phase 1
Die ältesten Strukturen konnten im Westen anhand zweier Nord-Süd und West-Ost verlaufender Mauern sowie einer Mauer im Osten nachgezeichnet werden. Die Mauern im Osten bestanden aus einem akkurat gearbeiteten Quadermauerwerk, während jene im Westen aus Rollsteinen im Mörtelverbund errichtet und innen verputzt waren. Bei den Mauerresten im Osten könnte es sich ursprünglich um einen Kellerraum gehandelt haben.

Phase 2 - Stall
Die Funktion änderte sich in der nächsten Nutzungsphase - ein Stall wurde errichtet. Freigelegt werden konnte entlang der Außenmauern im Norden und Süden am Standort der ehemaligen Pferdekoppeln eine breite Schicht aus Holz, Stroh und Mist, rechteckige Wannen zeichnen sich deutlich ab. Daneben gab es im Stall zwei kellerartig eingetiefte Räume. Der Kellerraum im Norden war teilweise verputzt, während jener im Osten eine Holzabdeckung an den Wänden und einen Boden aus Holzbrettern, die noch sehr gut erhalten sind, aufwies. Im östlichsten Raum befand sich auch ein heute nicht mehr bestehender Bogen, der eine zusätzliche Aufteilung darstellte. Die Halle muss eine Gliederung durch Stützen ähnlich den heute sichtbaren Rundpfeilern aufgewiesen haben, um eine Überspannung mit einer Dachkonstruktion zu gewährleisten.

Phase 3 – Stall-Abteilung und Einbauten
In einer nächsten Phase wurde im Westen eine massive, bis zu 1,20 m breite Nord-Süd verlaufende Mauer eingezogen, die den gesamten Raum abteilte und damit auch die Halle verkleinerte. In dem neu entstandenen kleineren Vorraum scheint ein Keller eingebaut worden zu sein.

Phase 4
In der darauf folgenden Bauphase erhält das Gebäude seine heute noch sichtbare architektonische Ausgestaltung. Die Säulenbasen wurden teilweise auch über den älteren, abgerissenen Mauerzügen des 15. Jh. errichtet.

Phase 5
Zu einer noch späteren (18./19. Jh.?) Phase gehört ein Kanal aus Ziegeln und Mörtel, der sich auf der östlichen Seite befindet.

Fundstücke
Unter den geborgenen Fundstücken befanden sich hauptsächlich große Ziegelfragmente, Eisennägel und Tierknochen. Daneben fanden sich auch einige Fragmente von Gefäßkeramik sowie Kachelofen- und Glasfragmente. Gesondert genannt werden sollen hier noch eine kleine Metallglocke, ein Spinnwirtel (Handspindel) aus schwarzem Stein, ein Pfeifenfragment aus Horn und ein plastisches Keramikfragment, das vielleicht als Ofendekoration interpretiert werden kann.

„Wir freuen uns, dass wir durch die Umbauarbeiten quasi ein temporäres Fenster in die Innsbrucker Stadtgeschichte öffnen konnten. Durch die Dokumentation der Arbeiten wird das Wissen auch für kommende Generationen festgehalten“, so Mag. Johannes Pöll vom Bundesdenkmalamt. „Wir möchten uns auch beim „Bauherrn“ Innsbruck Tourismus für die perfekte Zusammenarbeit bedanken – bereits in der Planung des Umbaus konnten wir unsere Expertise einbringen und so gemeinsam die optimalen Lösungen für ein historisch wertvolles, schützenswertes Baudenkmal finden“.

Im Sommer wird die Innsbruck Information wiedereröffnet - auch die internationalen Gäste werden dann von den Ergebnissen der Grabungsarbeiten profitieren. "Für die Fundstücke werden wir eine Präsentationsmöglichkeit schaffen, und vor allem die Futterluke im Gewölbe, deren Existenz die Archäologen bestätigen konnten, gibt uns neue Möglichkeiten für das Beleuchtungskonzept", so Obmann Karl Gostner abschließend.

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Fotos, 300 dpi


v.l. Dipl.-Ing. Walter Hauser, Mag. Johannes Pöll (beide Bundesdenkmalamt), GF ...weiter

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