„Vorbilder im Sport: Wer kann unsere Kinder motivieren, sich zu bewegen?“ So lautete das Motto des Abends, Ziel der von der Lebensraum Tirol Holding initiierten Diskussionsrunde war es, sowohl öffentliches Bewusstsein für mehr Bewegung beim Nachwuchs zu schaffen als auch mögliche Lösungsansätze zu finden. „Wir möchten, dass Tirol eine Modellregion für eine gesunde und sportlich bewegte Gesellschaft ist. Heute hat man gesehen, dass das im PillerseeTal ganz viele Menschen wollen und als Vorbild fungieren“, zeigte sich Josef Margreiter, Geschäftsführer der Lebensraum Tirol Holding, vom Echo der Bevölkerung beeindruckt. Zum konstruktiven Austausch im Fieberbrunner Festsaal kamen neben den prominenten Vertreter:innen aus Sport und Politik auch zahlreiche Eltern- und Lehrervertreter:innen sowie Sportwissenschaftler:innen und Trainer:innen.

Bewegung als Resultat der Zusammenarbeit der Gesellschaft
Wie und warum ist Motivation zur Bewegung aber überhaupt nötig? Elternvertreterin Beatrix Mitterweißacher ortete drei Faktoren für Bewegungsmangel: Motivation, Zeit und Geld. Dabei wären Kinder von Natur aus motiviert, sich zu bewegen, meinte Mitterweißacher. An dieser Stelle nahm sie die gesamte Gesellschaft in die Pflicht: „Kinder haben ein Recht auf Bewegung. Egal ob Motivation fehlt, Kosten zu tragen sind, oder die Zeit nicht da ist. Wir sind als Gesellschaft verantwortlich.“ In diesem Punkt waren sich alle Gesprächsteilnehmer:innen einig - auch Georg Dornauer, 1. Landeshauptmann-Stellvertreter und Sportlandesrat: „Es ist wichtig, dass alles zusammenspielt. Eltern, Spitzenathlet:innen, die vielen Ehrenamtlichen, Initiativen zur Bewusstseinsbildung und auch die notwendige Infrastruktur muss gegeben sein. Nur so kann sich unser Land weiterhin als Sportland Nummer eins präsentieren.“

Im Laufe des Abends präsentierte auch Didi Tengg, Sportlehrer der Mittelschule Fieberbrunn, das beeindruckende Bewegungsangebot an der hiesigen Bildungseinrichtung, das aus einem attraktiven Mix aus „klassischen“ und Trendsportarten besteht. Auch er betonte, dass es ohne Vernetzung kaum möglich wäre, Substanzielles auf die Beine zu stellen. Umso erfreulicher sei es, dass im PillerseeTal die Zusammenarbeit von Schule, Skischulen, Sporthändlern und Instruktor:innen etc. bereits sehr gut funktioniere. Dass diese enge Verzahnung Früchte trägt, beweist eine Umfrage unter den Mittelschülern:innen: Von 100 Befragten gaben 50 Prozent an, dass sie ein sportliches Vorbild hätten.

Eltern und Vorbilder als Motivatoren
Zwei dieser Vorbilder sind das Fieberbrunner Ski-Ass Manuel Feller und die Kitzbüheler Biathletin Lisa Hauser. Auch für sie ist das Thema Bewusstseinsbildung für Bewegung wichtig. „Es ist eine gute Sache, dass man darüber redet, wie man Kinder zu mehr Bewegung motivieren kann. Diese Initiative ist ein toller Anfang. Ich habe mich in meiner Kindheit sehr viel bewegt – Wandern, Radfahren. Das ist der Grundstein. Als Kind lernt man Koordination und Beweglichkeit in spielerischer Form. Und was man zu diesem Zeitpunkt nicht lernt, kann man auch später nicht mehr aufholen“, meinte Hauser, die damit auch den Eltern eine große Vorbildfunktion zuschreibt. 

Dieser Funktion ist sich auch Zweifach-Papa Manuel Feller bewusst: „Ich versuche mein Bestes, so viel wie möglich mit meinen Kindern zu machen und sie für Bewegung zu begeistern. Ich hoffe, dass eine Leidenschaft daraus wird. Im Moment schaut das ganz gut aus“, so der 30-Jährige. Aber nicht nur für die eigenen Kinder will Feller Vorbild sein: „Ich versuche meine Betrachtungsweisen und Erfahrungen weiterzugeben mit dem Versuch, zur Bewegung zu motivieren. Wenn ich das nur bei einem schaffe, dann habe ich schon einen kleinen Teil beigetragen.“ In dieselbe Kerbe schlägt auch Sportwissenschaftler Phil Anker: „Das Wichtigste ist, dass man den Kindern Bewegung vorlebt. Bewegung ist essentiell und die Zukunft darf nicht verschlafen werden.“

Viele Impulse für die Zukunft durch die Initiative „Modellregion bewegtes Tirol“
Nach dem Dialog-Abend zeigte sich Lebensraum Tirol Holding-Chef Josef Margreiter mehr als zufrieden: „Wir nehmen ganz viele Impulse sowie die Bestätigung unserer Strategie mit. Und das Bewusstsein, dass es nicht um Spitzensport, um Medaillen und um Leistung geht, sondern um die Freude an der Bewegung, das Wohlbefinden und die Gesundheit. Wir wollen, dass sich die Menschen selbst spüren und merken, wie gut Bewegung tut.“ Bis dorthin müsse aber noch an einigen Schrauben gedreht werden. 

Mit der „Beweg Dich Tirol Tour“ wurde bereit ein wirkungsvoller Schritt gesetzt. Insgesamt hat die Initiative mit ihrem niederschwelligen Bewegungsangebot bereits über 5.000 Kinder und Jugendliche bewegt. Der Dialog-Abend vergangenen Montag im PillerseeTal war der fünfte seiner Art in Tirol – der erste im Bezirk Kitzbühel.
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Fotos, 300 dpi


(v.l.): Josef Margreiter (Geschäftsführer der Lebensraum Tirol Holding), Lisa Hauser (österreichische ...weiter

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Veröffentlichung Datum14.06.2023

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