AUDIOVERSUM zeigt „WIE WIR LERNEN“ – wenn Neugier das Gehirn formt

29.05.2026 Innsbruck Bildung, Kinder, Kultur AUDIOVERSUM

Hatten Spaß beim Lernen (sitzend, v.l.): Claudia Rütsche (Kulturama Zürich, Konzeption der Sonderausstellung „WIE WIR LERNEN“) und Julia Sparber-Ablinger (Head of AUDIOVERSUM). Stehend v.l.: Florian Volderauer und Isabella Köll (Architekturbüro „die raumgestalten“, Ausstellungsarchitektur) sowie Thomas Lackner (Sprechtrainer und Moderator der Eröffnungsveranstaltung in der Rolle eines „Lehrer Lämpel“).

Im Rahmen eines Presserundgangs gaben namhafte Expert:innen Einblick in die Inhalte und die Entstehung der Ausstellung und ordneten aktuelle Erkenntnisse aus Neurologie, Psychologie und Pädagogik ein. Gastgeberin Julia Sparber-Ablinger führte Medien und Gäste durch die Ausstellung: „Es freut mich ganz besonders, dass wir mit ‚WIE WIR LERNEN‘ ein Thema ins AUDIOVERSUM holen konnten, das wirklich alle Generationen betrifft. Die Ausstellung passt perfekt zu unserem Anspruch, Wissenschaft spielerisch erfahrbar zu machen und Menschen für ihre eigene Lernfähigkeit zu begeistern. Die Zusammenarbeit mit dem Kulturama Zürich, dem Büro ‚die raumgestalten‘ und unserem AUDIOVERSUM-Team war ausgesprochen inspirierend – man spürt in jedem Detail, wie viel Leidenschaft und Fachwissen in ‚WIE WIR LERNEN‘ steckt.“

Lernen als Schlüssel zu Gesundheit und Lebensqualität
Die Ausstellung macht aktuelle Erkenntnisse aus Neurologie, Psychologie und Pädagogik anschaulich erlebbar – mit Modellen, Filmen, interaktiven Tests und Spielen. Sie zeigt, wie sehr Lernen unser ganzes Leben prägt und wie eng es mit unserer geistigen und seelischen Gesundheit verknüpft ist. „Mit WIE WIR LERNEN wollen wir zeigen, dass Lernen weit mehr ist als Schule, Prüfungen und Noten“, erklärt Claudia Rütsche vom Kulturama Zürich, das die Ausstellung konzipiert hat. Lernen begleite Menschen ein Leben lang – „bewusst oder nebenbei, aus Neugier, durch Erfahrung, Fehler und Übung“. Wenn Besucher:innen verstünden, was dabei in ihrem Gehirn passiere, könnten sie ihr eigenes Lernen bewusster gestalten und „entdecken, dass sie viel mehr können, als sie vielleicht denken“. Zugleich verweist Rütsche auf die gesellschaftliche Dimension des Themas: Lebenslanges Lernen halte geistig beweglich, stärke das Selbstvertrauen wie auch die Lebensfreude und könne das Risiko für psychische Erkrankungen senken. „Die Ausstellung möchte deshalb nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Mut machen, Neues auszuprobieren – in jedem Alter“, so Rütsche.

Raum für Neugier: Ausstellungsarchitektur zum Mitmachen
Gestaltet wurde die Innsbrucker Adaption von Florian Volderauer und Isabella Köll vom Büro „die raumgestalten“, die bereits zahlreiche Projekte mit dem AUDIOVERSUM realisiert haben. Inszeniert wurde ein Ausstellungsrundgang, der Besucher:innen schrittweise in unterschiedliche Facetten des Lernens eintauchen lässt. „Unsere Aufgabe war es, komplexe wissenschaftliche Inhalte so in Form zu bringen, dass sie intuitiv erfahrbar werden“, sagt Volderauer. Die Besucher:innen sollen nicht nur lesen und schauen, sondern mit allen Sinnen „ausprobieren, tüfteln und staunen“. Besonderen Wert habe man darauf gelegt, dass die Ausstellung für Familien, Schulklassen und erwachsene Besucher:innen gleichermaßen funktioniert. „Gute Vermittlung erkennt man daran, dass Kinder neugierig sind und Erwachsene genauso hängenbleiben“, so Volderauer. „Durch Angreifen und Ausprobieren ist es für die jungen Besucherinnen und Besucher intuitiv einfach, komplizierte wissenschaftliche Informationen aufzunehmen“, ergänzt Köll. Wenn ganze Familien gemeinsam experimentierten und ins Gespräch kämen, habe die Ausstellung ihr Ziel erreicht. Sprechtrainer Thomas Lackner, der die abendliche Eröffnungsfeier der Sonderausstellung moderiert, analysiert den Forschungsgegenstand wie folgt: „Sobald wir neugierig werden, uns bewegen, miteinander reden und lachen, öffnet sich ein ganz anderer Zugang zum Lernen. Genau diese Erfahrung greift ‚WIE WIR LERNEN‘ auf – weg vom reinen Pauken, hin zu lebendigen Lernerlebnissen. Als Sprechtrainer erlebe ich täglich, dass wir am besten lernen, wenn wir ins Tun kommen – wenn wir sprechen, ausprobieren, scheitern dürfen und wieder aufstehen. Stimme, Körper und Aufmerksamkeit sind dabei wie Verstärker für das, was im Gehirn passiert.“ Er tritt als Lehrer Lämpel auf, der sich eine besondere Form des Unterrichts überlegt hat – allerdings mit einem Augenzwinkern und nicht mit dem Rohrstock.

Film „Alphabet“ als ergänzende Perspektive – Ausstellung bis Mai 2027 zu erleben
Im Rahmen des Ausstellungsprogramms zeigt das AUDIOVERSUM den Film „Alphabet“ von Erwin Wagenhofer. Der international beachtete Dokumentarfilm stellt die Frage, welche Art von Bildung unsere Gesellschaft wirklich braucht und wie Leistungsdruck, Wettbewerb und Normierung Kreativität und Eigenständigkeit beeinflussen. Im Zusammenspiel mit der Ausstellung eröffnet der Film eine ergänzende Perspektive auf das Thema Wissenserwerb: Während ‚WIE WIR LERNEN‘ die Funktionsweise und Potenziale des menschlichen Gehirns in den Mittelpunkt stellt, regt „Alphabet“ zur Reflexion über die Strukturen und Systeme an, in denen Lernen heute stattfindet. Die Sonderausstellung „WIE WIR LERNEN“ macht aktuelle Erkenntnisse aus Neurologie, Psychologie und Pädagogik mit Modellen, Filmen, interaktiven Tests und Spielen anschaulich erlebbar. Sie richtet sich gleichermaßen an Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senior:innen und lädt dazu ein, das Lernen neu zu entdecken und seine Bedeutung für Gesundheit, Wohlbefinden und unsere Gesellschaft zu verstehen. Die Schau ist bis Mai 2027 im AUDIOVERSUM zu sehen, geöffnet von Dienstag bis Sonntag, jeweils von 10 bis 18 Uhr.

Über das AUDIOVERSUM
Das AUDIOVERSUM ist das interaktive Museum rund ums Hören in Innsbruck. Als Science Center verbindet es Medizin, Technik, Bildung und Kunst zu einer in Europa einzigartigen, akustischen Erlebniswelt. Initiator des Science Centers ist MED-EL, der weltweit führende Anbieter innovativer Hörlösungen.
www.audioversum.at


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