Daten sind das neue Öl
Pünktlich zum Winterstart wurde in Obergurgl-Hochgurgl in die Zukunft geblickt. Den Start machte dabei Marta Kwiatowski, Senior Researcher am Gottlieb Duttweiler Institut. Sie analysiert gesellschaftliche, wirtschaftliche sowie technologische Veränderungen – auch in Bezug auf den Tourismus. „Mit smarten Assistenten ändert sich unser Suchverhalten fundamental – es wird keine Auswahl an Ergebnissen mehr geben, sondern nur noch ‚One Shot Answers‘. Tourismusorte können von smarten Assistenten profitieren, wenn sie es schaffen, ganz oben auf diese Liste der Suchergebnisse zu kommen. Derzeit ist es ja schon so: Wer nicht auf Google ist, existiert nicht“, so Kwiatowski. Daten sieht sie als das neue Öl – das aber allen gehören soll. „Empfehlenswert wäre bei diesem neuen Wert der Daten ein ‚Open-Data-Ansatz‘, also ein Ansatz, bei dem Daten als Infrastruktur gesehen und allen angeboten werden, die damit einen Mehrwert schaffen. Dadurch entstehen keine Monopolstellungen, sondern viel mehr und relevantere Optionen und spezifischere Zugänge zu Themen.“

Europäische Start-up-Welt: Bescheidenheit und fehlende Finanzierung
Mit Innovation und neuen Ideen rund um bekannte Themen beschäftigt sich auch Marie-Helene Ametsreiter, Top-Managerin und Partnerin bei Speedinvest, einem der größten Risikokapitalgeber Europas, der bereits in rund 130 Start-ups investiert hat. Den größten Unterschied im Start-up-Bereich zwischen Europa und den USA sieht Ametsreiter in der Kulturfrage. „Wir haben zwar in Europa doppelt so viele Entwickler wie in den USA, aber in Europa macht man sich kleiner, als man ist. Im technologischen Bereich sind wir gut, aber oft scheitert es an der Finanzierung“, so Ametsreiter. Der Fall von der in Europa gegründeten Plattform Booking.com wäre hier etwa ein gutes Beispiel. „Booking.com wurde zu früh um zu wenig Geld verkauft, weil in Europa die Anschlussfinanzierung gefehlt hat.“

Social Media Allianz in Europa
Auch Markus Breitenecker, Geschäftsführer der Sendergruppe ProSiebenSat.1 PULS 4 in Österreich stellte einen Vergleich zwischen Europa und den USA an. Er plädiert für europäische Social Media Plattformen mit Qualitätsanspruch und entgegen den Medienmonopolen aus den Vereinigten Staaten. „Große Social Media Plattformen behaupten, dass sie keine Medienunternehmen sind – sie sind ausgenommen vom Mediengesetz und haben dadurch viele Vorteile. Allerdings werden in einem Newsfeed Inhalte redaktionell kuratiert, deshalb sind auch soziale Medien eindeutig als Medienunternehmen zu sehen und sollten auch als solche behandelt werden – das schließt Dinge wie Urheberrechte und Steuern mit ein“, so Breitenecker. Die Lösung sieht er in einer europäischen Allianz: „Ähnlich wie rund um die DSGVO muss es auch in dieser Thematik möglich werden, auf einer europäischen Ebene eine Lösung zu finden. Einzelne europäische Länder sind nämlich ganz klar zu klein, um sich gegen China und die USA behaupten zu können.“

Die Bestie füttern, die uns frisst
Eine Strategie, mit neuen Medien umzugehen, sieht Hans-Peter Hagemes, Informationsdirektor von ProSiebenSat.1 Deutschland, darin, als Journalist umzudenken: „Es reicht nicht mehr nur, Gatekeeper zu sein. Man muss sich überlegen, wie man seine Rezipienten erreicht. Nicht umsonst gibt es die Tagesschau schon auf TikTok. Man muss wissen, wo die Rezipienten von morgen sind und diese gezielt ansprechen.“ Dem widerspricht Breitenecker: „Wir dürfen nicht die Bestie füttern, die uns frisst. Unsere teuer hergestellten Inhalte sollten wir nicht den sozialen Medien schenken – eigentlich müssten diese nämlich dafür bezahlen.“

Nähe zum Volk – über Twitter
Über die Macht der sozialen Medien sprach auch Philipp Jessen, ehemals Chefredakteur von STERN und stern.de und Gründer von Storymachine in Berlin. Jessen ist überzeugt: „Soziale Medien sind längst die Fünfte Gewalt – nur hat sowohl die Politik als auch die Wirtschaft das größtenteils noch nicht begriffen. Wer in Zukunft noch relevant sein will, muss radikal umdenken. Donald Trump hat Twitter verstanden. Die ‚dunkle Seite der Macht‘ versteht Medien intuitiv früher. In Bezug auf Social Media muss man vor allem auch verstehen, dass sie Teil einer strategischen Kommunikation ist, bei der Nähe simuliert wird. Nicht nur in Politik-Talks im Fernsehen wird für ‚die Leute dort draußen‘ diskutiert, sondern auch bei Twitter.“ 
Erstmals über ihre mittlerweile schon legendäre „WG-Zeit“ im Silicon Valley sprachen Kai Diekmann, ehemaliger Herausgeber und Chefredakteur der BILD Zeitung, und Peter Würtenberger, Top-Manager des Springer-Verlags. 2012/13 verbrachten sie ein Jahr in Palo Alto, um die neuesten Medientrends auszuloten. „Das Geschäftsmodell der klassischen Medien hat sich mit der Digitalisierung in Luft aufgelöst – also hieß es für uns: ‚Raus aus der Komfortzone‘“, so Diekmann. Würtenberger beschreibt die Wohngemeinschaft: „Wir, ‚The German Mansion‘, waren mittendrin und in der Nachbarschaft von Steve Jobs, Larry Page und Mark Zuckerberg. Wir konnten viele Kontakte knüpfen – sich zu vernetzen hat diese Zeit ausgemacht. Kulturelle Unterschiede machen das Silicon Valley so erfolgreich. Neue Technologien werden als Chance gesehen, man ist Optimist.“ Diekmann ergänzt: „Man will dort den Alltag verbessern – das ist der Antrieb.“ Er beschließt den Abend mit einem Key-Learning aus seiner Zeit in Palo Alto: „Auch im hochdigitalisierten Silicon Valley wird mit Wasser gekocht.“

Sendetermine:
Tiroler Tageszeitung Online ab Sonntag, 24.11.2019 um 19 Uhr
Außerdem auf weiteren Plattformen von Medienkooperationspartnern (z.B. wetter.com und ProSieben)

Weitere Fotos zur Veranstaltung finden Sie in der APA Bildergalerie.

Über den Change Summit 2019
Permanente Veränderung prägt das Jetzt. Deshalb blickt der Change Summit in Obergurgl-Hochgurgl im Tiroler Ötztal mit außergewöhnlichen Visionären in die Zukunft. „Unterwegs mit smarten Assistenten – wie wir morgen konsumieren, kommunizieren und reisen“ – so lauten die spannenden Themen des Change Summit. Und warum im Ötztal? Weil Pioniere aller Epochen Zukunft mutig antizipierten. Und im „Change" vor allem die „Chance" erkannt haben. Solche Charaktere haben das hinterste Ötztal – Obergurgl-Hochgurgl – geprägt. Visionäre versammeln sich jedes Jahr zum Change Summit an diesem ganz besonderen Ort. Der Change Summit ist eine Veranstaltung von Ötztal Tourismus und ProMedia Kommunikation. Unterstützt wird der Change Summit 2019 von: Raiffeisenbank Sölden und Raiffeisen-Landesbank Tirol AG sowie der Tirol Werbung, der Standortagentur Tirol. Weitere Partner sind wetter.com und Galileo.
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Beim 2. Change Summit in Obergurgl-Hochgurgl gaben Kai Diekmann (li.) und ...weiter

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