Die Planungen zur Sanierung am und im Innsbrucker Dom reichen weit zurück: „Bereits 2008 wurde am Nordturm eine Musterachse erstellt, um herauszufinden, wie in weiterer Folge die steinsichtige Westfassade zu sanieren ist“, so Dompfarrer Propst Florian Huber. Auf diesen Erfahrungswerten und weiteren Untersuchungen in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt basierend startete nach Erstellung eines Finanzierungskonzeptes schließlich im Jahr 2016 die sukzessive Umsetzung der dringend notwendigen Arbeiten: Reinigungs- und Ausbesserungsarbeiten an der Steinfassade, Reinigung der dort befindlichen Steinfiguren, Instandsetzung der Ziffernblätter und Zeiger der Uhren, Ausbesserungsarbeiten am Dach, Ergänzung und teilweise Erneuerung des Blitzschutzes sowie Sanierung des Sockels. Weithin sichtbar war dabei die Einrüstung für die Arbeiten im Bereich der 51,5 Meter hohen Türme bei der Neuvergoldung der Turmkugeln. Mit dem Guss einer neuen Glocke, der feierlichen Weihe und der Einbringung in den Turm konnten die ersten Arbeiten abgeschlossen werden. Über die Finanzierung der bisherigen Bauabschnitte zieht Propst Huber Bilanz: „Für die erfolgten Arbeiten wurde ein Betrag in der Höhe von EUR 2.720.084,49 mit Stand vom 16.03.2022 ausgegeben. Dank der Unterstützung seitens der Diözese Innsbruck, der Stadt Innsbruck, des Landes Tirol, der Landesgedächtnisstiftung und des Bundesdenkmalamts sowie aus Eigenmitteln der Dompfarre sowie Spenden konnten diese Sanierungsarbeiten umgesetzt werden.“    

Es gibt weiterhin viel zu tun: Vier Baulose müssen ab 2022 noch absolviert werden
Aufgrund der Verschmutzungen durch ca. jährlich 800.000 BesucherInnen vor der Pandemie in den letzten 30 Jahren seit der Innenrestaurierung und wegen des unvermeidlichen Staubeintrages bei der Fassadensanierung muss in der Kirche ein Gerüst errichtet werden, um die Reinigung des Innenraumes, vor allem an den Fresken, vorzunehmen. Schon im Jahr 2021 wurde im Inneren des Doms mit der teilweisen Erneuerung der von vielen schon lange angemahnten schlechten Beleuchtung begonnen. Das Gerüst bietet eine gute Möglichkeit für die Vervollständigung der Beleuchtung. Im Altarraum und im vorderen Teil des Kirchenschiffes befindet sich noch größtenteils jener Steinboden, der bei der Erbauung der Stadtpfarrkirche St. Jakob 1717 - 1724 verlegt wurde. Eine aufwändige Sanierung steht hier dringend an. Um die statische Situation zu beurteilen, wurden eine Georadarmessung sowie eine archäologische Untersuchung vorgenommen. „Es hat sich gezeigt, dass der Untergrund trägt und der Erhalt des Steinbodens folglich möglich ist“, erklärt Bauleiter Franz Kronberger. Schlussendlich werden die Sanierung und geplante Neugestaltung des Eingangsbereichs am Domplatz niemand, der diesen Platz besucht, entgehen. „Die Arbeiten in oder an einem Gotteshaus sind immer geprägt von Respekt gegenüber der Bausubstanz und Demut vor dem Herzblut, das die Erbauer und Künstler in diese Bauwerke gesteckt haben. Für einen so prächtigen Sakralbau wie dem Innsbrucker Dom gilt dies umso mehr. Der Dom zu St. Jakob wird zurecht als ‚Tirols Barockjuwel‘ bezeichnet. In der Außenerscheinung zeigt der weithin sichtbare Sakralbau seine dominante Position im Stadtbild. Das Innere beeindruckt besonders durch die Scheingewölbe mit den bemerkenswert perspektivischen Fresken und Stuckaturen der Brüder Asam und die prachtvolle Ausstattung“, so Kronberger.

Die Baukosten bleiben eine Herausforderung
„Natürlich wurde die Kostenermittlung am Beginn der Sanierungsarbeiten nach damaligem Wissensstand vorsichtig kalkuliert“, sagt Propst Huber. Und weiter: „Die Annahmen von damals haben sich allerdings durch neue Erkenntnisse in einigen Bereichen grundlegend verändert. Das betrifft die Reinigung des Innenraumes, die damals von der Annahme ausgegangen ist, mit einem Steiger günstig und nur mit einer Sperre von Teilbereichen des Domes arbeiten zu können. Die Statik des Bodens taugt dafür aber nicht. Die differenzierte Untersuchung unseres wertvollen alten Steinbodens führte auch zu erheblichen Steigerungen der restauratorischen Maßnahmen. Für die notwendige Sanierung des Eingangsbereiches am Domplatz soll eine Rückkehr zur ursprünglichen Gestaltung mit einer konvexen Ausformung erfolgen. Dazu braucht es für die Fundamentierung Zeit für archäologische Grabungen für sehr wahrscheinliche Grabfunde. Diese Grabungen können während der für die Innenreinigung und Steinbodenrestaurierung notwendigen Schließung des Domes problemlos vorgenommen werden. Diese Zeit kann auch gut für eine Entscheidung der maßgeblich Beteiligten für die in Aussicht genommene Gestaltung des gesamten Domplatzes genützt werden, der mit dem Neubau der Stadtpfarrkirche St. Jakob Anfang des 18. Jahrhunderts durch den Ankauf von zwei Häusern durch die Stadt Innsbruck und deren Schleifung geschaffen worden ist. Wie sich der Eingangsbereich des Domes dabei präsentiert, ist sicher ein wesentlicher Faktor. Alle diese Maßnahmen erbringen im Vergleich zur bisherigen Kostenschätzung von ca. EUR 3,6 Millionen Mehrkosten von ca. EUR 1,9 Millionen, somit eine Gesamtsumme von ca. EUR 5,5 Millionen. Zur Sicherstellung der Finanzierung bedarf es noch einiger Gespräche. Klar ist dabei: Subventionen und Eigenmittel werden nicht reichen, um alle Kosten abzudecken. Um dieser Situation aktiv zu begegnen, werden wir all jenen, denen unser Dom zu St. Jakob als Wahrzeichen und als ein Dach über der Seele ein Anliegen ist, die Möglichkeit geben, einen Beitrag für die Sanierung zu leisten.“

Bischof Hermann Glettler: „Der Dom geht uns alle an“
„Der Innsbrucker Dom überzeugt durch seine organische Gesamtinszenierung – Architektur, Altäre, Statuen, Stuckatur und Fresken greifen ineinander über. Alles spielt mit allem zusammen – Irdisches und Himmlisches, die menschlichen Tränen und die Verherrlichung Gottes. Diese sofort fühlbare organische Zusammengehörigkeit berührt in unserer nervösen Zeit, in der so vieles bruchstückhaft und sinnlos nebeneinander zu existieren scheint“, so Bischof Hermann Glettler.

Unzählige Menschen besuchen täglich den Dom und erfreuen sich an der Schönheit der Tiroler Bischofskirche. Die herrlichen Fresken und Stuckaturen der Brüder Asam zeigen einen offenen Himmel, in dem der Schutzpatron Innsbrucks als höchst aktiver Fürbittender, als Wegbegleiter und Kämpfer für Gottes Reich dargestellt ist. „Leider haben sich die Wände und Fresken im Laufe der Zeit durch Schmutz und Ruß verdunkelt, sodass sie Teil der nun notwendigen Sanierung sind. Am 9. September 2024 wird der Innsbrucker Dom, der wie sein spätgotischer Vorgängerbau dem Hl. Jakobus geweiht ist, 300 Jahre alt sein. Die jetzt anstehende Sanierung ist ein Schritt der Vorbereitung auf dieses Jubiläum, aber nicht der einzige. Die offensichtliche Pilgertradition, die bis ins Mittelalter zurückreicht, verpflichtet uns mehr denn je zu einer Offenheit gegenüber allen Menschen – ganz egal, ob sie als Gläubige oder nur als Kunstinteressierte kommen. Ich denke speziell an die ‚postmodernen Pilger‘, also die suchenden, kirchenkritischen, aber spirituell aufgeschlossenen Menschen unserer Zeit, die in den christlichen Sakralbauten mit ungebrochenem Interesse Zuflucht nehmen“, führt der Bischof aus.

„Der Dom, der auf einer der großen europäischen Pilgerrouten nach Santiago in Spanien liegt, geht uns alle an. Er steht nicht nur der einheimischen Bevölkerung für das persönliche Gebet und schön gestaltete Gottesdienste zur Verfügung, sondern auch den vielen Gästen und Touristen, die nach der Pandemie auch wieder zahlreicher kommen werden. Ich danke jetzt schon allen, die die Entwicklungen rund um unseren Dom mit Aufmerksamkeit und Wohlwollen begleiten“, so Glettler abschließend.

Der Dom während der Bauzeit: „Jahrhundertchance“ zur Besichtigung der Deckenfresken
Auf das Geläut zu den üblichen Tageszeiten müssen Einheimische und Gäste auch in der kommenden Bauphase nicht verzichten. „Während im Inneren auf Hochtouren gearbeitet wird, bleibt unser Dom weiterhin vernehmbar. Die Glocken läuten auch während der Bauzeit wie gewohnt täglich um 07:55 Uhr, um 12:00 Uhr und um 19:30 Uhr zum Gebetsläuten. Um 12:15 Uhr ist das Innsbrucker Friedensglockenspiel im Nordturm mit Maria breit den Mantel aus zu hören. Ab 07:00 Uhr bis 22:00 Uhr wird jede Viertelstunde und jede volle Stunde angeschlagen“, erklärt Huber. Darüber hinaus steht das Gotteshaus für Besichtigungen auch während der Schließmonate immer wieder zur Verfügung – interessant sicher nicht nur für Kunstaffine. Da wäre als erstes eine vom Verein „Journalismusfest Innsbruck“ im Rahmen einer internationalen Tagung organisierte und verantwortete Ausstellung des renommierten Fotojournalisten Gideon Mendel im Kirchenschiff über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Menschen zu nennen. Vom noch nicht eingerüsteten Kirchenschiff kann auch der Bau des Gerüsts im Altarraum beobachtet werden. Ein Zugang ist von Freitag, 13. Mai, bis zum Donnerstag, 19. Mai 2022, jeweils von 10:30 – 18:30 Uhr (am Sonntag, 15. Mai, ab 13:00 Uhr) möglich. Ebenfalls im Innenraum (und zwar auf dem Gerüst, das zur Reinigung errichtet wird – ist von Ende Juni bis Mitte Oktober die einmalige Gelegenheit für die Allgemeinheit gegeben – die Deckenfresken aus nächster Nähe zu betrachten. „Eine Jahrhundertchance“, meint Propst Huber diesbezüglich abschließend.

Für alle, die sich über den Dom und seine Sanierung informieren möchten, wurde eine eigene Website eingerichtet: Alle Interessierten sind eingeladen, die nächsten Schritte der Domsanierung über die Homepage www.domsanierung.tirol zu begleiten.

Gottesdienste während der Dominnensanierung (02. Mai – 26. November 2022)

Gottesdienste in der Alten Spitalskirche in der Maria-Theresien-Straße:
  • Werktags: Rosenkranz um 08:55 Uhr und Hl. Messe um 09:30 Uhr
  • Sonn- und Feiertags: Hl. Messen um 10:00 Uhr und um 11:30 Uhr
  • im Mai finden jeweils am Dienstag um 18:30 Uhr die Maiandachten statt.
Ausnahmen:
  • Samstag vor Pfingsten, 04.06. (09:30 Uhr: Pfarrkirche Dreiheiligen)
  • Pfingstsonntag, 05.06. (10:00 Uhr: Domplatz, 11:30 Uhr: Pfarrkirche Dreiheiligen, Vesper 18:00 Uhr: Pfarrkirche Dreiheiligen)
  • Fronleichnam, 16.06., Ort wird noch vereinbart

Factbox Dom zu St. Jakob Innsbruck

Kirchturmhöhe: 51,5 m
Dom Länge: 52,48 m
Dom Breite: 18,33 m
Deckengemälde Spannweite: 17 m
Mariahilf-Glocke: größte historische Glocke Tirols mit einem Gewicht von 6.342 kg
Kostenvolumen Sanierung: 5,5 Millionen Euro
Kontonummer ohne steuerliche Absetzbarkeit:
Empfänger: Dompfarre St. Jakob
IBAN: AT27 1600 0001 2011 2538
BIC: BTVAAT22
Zahlungszweck: „Domsanierung"
Kontonummer mit steuerlicher Absetzbarkeit
IBAN: AT07 0100 0000 0503 1050
BIC: BUNDATWW (nur bei Auslandsüberweisungen)
Details dazu unter www.domsanierung.tirol

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Fotos, 300 dpi


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Medienkontakt

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Propstei- und Dompfarre St. Jakob
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