„Unser Ansatz ist, dass so viele Lebensmittel wie möglich sinnvoll genutzt werden und nicht in der Tonne landen“, erklärt David Mölk, Mitglied der MPREIS Geschäftsführung, die Strategie des Familienunternehmens. „Hier haben wir ein mehrstufiges System etabliert, das tolle Ergebnisse liefert und laufend verfeinert wird.“
Präzise Mengenplanung
Der bewusste Umgang mit Lebensmitteln beginnt bereits beim Einkauf. Hier setzt der Tiroler Nahversorger auf einen optimierten Bestand, damit möglichst wenig Über- und Restbestände entstehen. Moderne Systeme ermöglichen automatisierte Nachbestellungen. Obst und Gemüse wird abhängig vom Tagesbedarf manuell nachbestellt. Kurz vor Ladenschluss achten Mitarbeiter*innen auf die Verfügbarkeit des Kernsortiments und backen beispielsweise nicht mehr alle Brot- und Gebäcksorten nach.
Lebensmittelrettung durch Rabatte
Laufende Mindesthaltbarkeits- und Qualitätskontrollen machen die Auszeichnung von Rabatten möglich. So gibt es vergünstigtes Brot vom Vortag, rabattierte Obst- und Gemüsekisten sowie „Last Minute“-Angebote von Artikeln nahe des Mindesthaltbarkeitsdatums.
Kund*innen haben durch den Einkauf von 145.000 reduzierten Obst- und Gemüse-Kisten im Vorjahr rund 660 Tonnen Obst und Gemüse vor der Entsorgung bewahrt. Über zusätzliche Vertriebskanäle wie „Too Good To Go“ finden weitere Produkte kurz vor dem Ablauf der Mindesthaltbarkeit preisbewusste Abnehmer*innen. Im Rahmen dieser Kooperation konnten 2025 bei MPREIS, miniM und Baguette über 125.000 Überraschungssackerl gerettet werden.
770 Tonnen Lebensmittel für soziale Organisationen
MPREIS stellt sicher, dass nicht mehr verkaufsfähige, aber weiterhin einwandfreie Lebensmittel nicht verloren gehen, sondern möglichst vielen Menschen zugutekommen. Was in den Filialen nicht verkauft wird, geht vorrangig für den menschlichen Verzehr an soziale Organisationen, Vereine, Bildungsinitiativen sowie an Foodsharing-Initiativen. 2025 kamen auf diesem Weg rund 770 Tonnen Lebensmittel zusammen, verteilt über 40 Partnerorganisationen.
Auch für landwirtschaftliche Betriebe leistet das Unternehmen einen wichtigen Beitrag: Rund 420 Tierhalter*innen, vielfach aus kleinstrukturierter Landwirtschaft, erhielten 2025 insgesamt über 500 Tonnen Obst, Gemüse und Altbrot in Form von Futterspenden. Darüber hinaus sammelt MPREIS Altbrot aus den Filialen und aus der eigenen Lebensmittelproduktion zentral ein und führt es einem spezialisierten Tierfutterverwerter zu. Im vergangenen Jahr wurden weitere 828 Tonnen Altbrot zu diesem Zweck weitergegeben.
Reststoffe verwerten, Kreisläufe schließen
Was trotz umfassender Maßnahmen nicht mehr für den Verzehr verwertbar ist, führt MPREIS einer sinnvollen regionalen Nutzung zu. Nicht mehr genießbare Lebensmittel gehen an die Innsbrucker Kommunalbetriebe, wo sie zu Biogas verarbeitet werden. Dieses kommt im Blockheizkraftwerk zur Erzeugung von Strom und Wärme zum Einsatz.
Auch Fleisch & Knochenreste aus der Alpenmetzgerei sowie Retourwaren aus den Märkten werden konsequent gesammelt zu technischen Fetten und Düngemitteln verarbeitet. Damit schließt MPREIS den Kreislauf und führt diese natürlichen Rohstoffe wieder in die Produktion – zum Beispiel in der Kosmetikindustrie – zurück. Gleichzeitig gelang es, die anfallenden Fleischreste in der Alpenmetzgerei im Vergleich zu 2024 deutlich zu reduzieren.
„Die erreichten Fortschritte sind eine Bestätigung für unsere zahlreichen Initiativen gegen Lebensmittelverschwendung. Mit den Erfahrungen aus dem Vorjahr werden wir unsere Maßnahmen und Kooperationen 2026 weiter ausbauen“, so Mölk. „Deshalb ist es für uns eine Selbstverständlichkeit der Allianz gegen Lebensmittelverschwendung, die von der Tafel Österreich ins Leben gerufen wurde, beizutreten.“
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