Die Vernissage wurde mit Begrüßungsworten der Gastgeberin und Galeristin Ingeborg Freudenthaler sowie Grußworten von Melanie Wiener, Leiterin der Abteilung Kultur des Landes Tirol, eröffnet. Die nunmehr dritte Ausstellung in der Galerie im Salzbau wird von Kunsthistoriker und Kurator Günter Salzmann begleitet und ist nach Terminvereinbarung bis 26. Juni zu besichtigen.
Serielle Malerei zwischen Ausschnitt und Ganzen
Nina Gross (*1989 in Berlin) studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Daniel Richter – einer der prägenden Figuren der zeitgenössischen Malerei im deutschsprachigen Raum. In ihrem Werk setzt sie sich mit narrativen Themen auseinander, die sie in einer reduzierten, pastellfarbigen Palette in Bilder übersetzt. Gross arbeitet bevorzugt in Serien und entwickelt durch Wiederholung, Variation und kontinuierliche Destillation eine unverkennbare Bildsprache.
„Nina Gross spricht mit ihren eigenwilligen und kraftvollen Werken ein breites Publikum an – kunstaffine Sammlerinnen und Sammler ebenso wie Menschen, die vielleicht zum ersten Mal über den Kauf eines Kunstwerks nachdenken und bisher vor den preislichen Barrieren zurückgeschreckt sind. Genau diesen Zugang möchte ich in der Galerie im Salzbau erfahrbar machen: Kunst als leistbare Anlageform, die nicht hinter Berührungsängsten verborgen bleiben sollte", so Galeristin und Unternehmerin Ingeborg Freudenthaler.
„Zu Tisch!" – eine Einladung zum genauen Sehen
Der Ausstellungstitel „Zu Tisch!" ist Programm: Er verweist auf Gegenstände des Alltags, auf die stille Dramaturgie des Aufgedeckten, des Bereitgestellten, des Noch-nicht-Berührten. Gross löst aus diesen vertrauten Motiven etwas Universelles – eine Haltung des bewussten Wahrnehmens. Nina Gross selbst beschreibt ihre Arbeit so: „‚Zu Tisch!' ist für mich kein nostalgisches Bild – es ist eine Geste. Eine Aufforderung, sich zu versammeln, zu schauen, zu verweilen. Mich fasziniert dieser Moment davor: wenn alles bereit ist und noch nichts passiert."
Kurator Günter Salzmann über das Schaffen der Künstlerin: „Nina Gross hat ihren künstlerischen Weg von Berlin über Wien bis nach Antwerpen gemacht – diese internationale und pulsierende Prägung spürt man in jedem Bild. Was mich dabei besonders beeindruckt, ist die Kombination aus scheinbarer Leichtigkeit und innerer Kraft. Ihre Pastelltöne täuschen, denn darunter liegt eine sehr präzise und bewusste künstlerische Haltung.“
Melanie Wiener, Leiterin der Abteilung Kultur des Landes Tirol, betont: „Die Galerie im Salzbau hat sich in kurzer Zeit als ernstzunehmender Ort für zeitgenössische Kunst im Alpenraum etabliert. Mit Nina Gross wird nun eine junge Künstlerin mit internationaler Erfahrung präsentiert, die in ihrer Eigenständigkeit und künstlerischen Konsequenz überzeugt und einen wichtigen Impuls für die Tiroler Kulturlandschaft setzt.“
Mit „Zu Tisch!" setzt die Galerie im Salzbau ihre Ausrichtung fort, internationale künstlerische Positionen nach Tirol zu holen und den Dialog zwischen Kunst, Region und Gesellschaft zu fördern.
Die Ausstellung „Zu Tisch!" von Nina Gross ist bis 26. Juni 2026 in der Galerie im Salzbau, Europastraße 2a, 6170 Zirl zu besichtigen. Um Voranmeldung wird gebeten: galerie@salzbau.at