Die Zugspitze als Denkraum, der zum Handlungsraum wird – das war der Anspruch des 3. AlpenKlimaGipfels, der am 24. Juni 2026 zu Ende ging. Rund 40 Expert:innen diskutierten an zwei Tagen in 14 Panels und Impulsformaten vor rund 200 Teilnehmenden und Studierenden der Deutschen Sporthochschule Köln, des MCI und der Universität Innsbruck. Das Fazit war eindeutig: Der Alpenraum verfügt über Daten, Konzepte und Pioniergeister – was nun zählt, ist die Entschlossenheit zur Umsetzung. „Der Alpenraum ist kein abstraktes Forschungsobjekt – er ist ein Lebensraum, der sich in Echtzeit verändert. Was wir jetzt brauchen, sind der interdisziplinäre Austausch und der Mut für Veränderung. Für beides ist der AlpenKlimaGipfel die perfekte Bühne“, so Andrea Fischer (Wissenschaftlerin am Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung der ÖAW, Glaziologin, Wissenschaftlerin des Jahres 2023, Advisory Board AlpenKlimaGipfel).
„Der diesjährige AlpenKlimaGipfel hat gezeigt, wie wichtig es ist, den Dialog über die Zukunft des Alpenraums genau dort zu führen, wo die Veränderungen sichtbar werden. Für die Tiroler Zugspitz Arena ist es eine große Verantwortung, die Plattform für diesen Austausch zu bieten – und zugleich ein starkes Signal, dass Tourismus, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik gemeinsam an Lösungen arbeiten“, resümiert Theo Zoller, Obmann des Tourismusverbandes Tiroler Zugspitz Arena.
„Mit seiner dritten Ausgabe hat sich der AlpenKlimaGipfel als wichtige Plattform für Klimaanpassung, Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit im Alpenraum etabliert. Sein besonderes Alleinstellungsmerkmal ist die Verbindung von Ort, Inhalt und Akteuren. Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Tourismus, Sport, Medien und Zivilgesellschaft kommen hier zusammen, um nicht nur über Herausforderungen zu sprechen, sondern gemeinsam Lösungen zu entwickeln“, so Ralf Roth (Leiter des Instituts für Outdoor Sport und Umweltforschung der Deutschen Sporthochschule Köln, Initiator des D-A-CH Netzwerks „Klima.Sport.Schnee“, Advisory Board AlpenKlimaGipfel).
F.acT-Impuls und hochkarätige Speaker:innen
Am zweiten Tag der Veranstaltung zählten unter anderem Dirk Glaesser (UN Tourism), Markus Redl (Geschäftsführer ecoplus Alpin GmbH), Jörn Prehn (Himmelseher Sportversicherungen), Ulrich Jakob Zeni (Fachbereichsleiter Spezialkulturen und Markt Landwirtschaftskammer Tirol) sowie Valentine Troi (Wissenschaftliche Leitung des GRWONlabs) zu den Diskutant:innen. „Bis 2030 werden rund 37 Milliarden Reisen global erwartet – im Jahr 2016 waren es noch 20 Milliarden. Gerade deshalb ist die Verantwortung des Tourismus im Bereich der Nachhaltigkeit enorm“, so Glaesser. Zugleich zeigten Birgit Bosio (MCI Tourismus) und Jakob Hillebrand (Eurac Research) im Rahmen des F.acT-Impulses mit den Tourismus‑Observatorien in Tirol und Südtirol, wie sich Erfolge künftig anders messen lassen. Meteorologin Claudia Riedl (GeoSphere Austria) veranschaulichte: „Wenn ich heute ein Skigebiet betreiben müsste, würde ich eines in einer Höhenlage zwischen 1.400 und 2.300 Metern wählen. Bei Gletscherskigebieten stellen sich noch einmal ganz andere Herausforderungen, denn Grasflächen lassen sich deutlich leichter beschneien als Felsoberflächen.“ Passend dazu diskutierten im Panel „Transformationsmodell Alpen“ unter anderem Berno Stoffel (Seilbahnen Schweiz), Reinhard Klier (Fachgruppe Seilbahnen WK Tirol), Sybille Wiedenmann (ProAllgäu GmbH & Co), Tirols Umweltanwalt Johannes Kostenzer und Glaziologe Norbert Span darüber, wie sich Wissen in Entscheidungen übersetzen lässt; Kostenzer beschrieb dabei: „Eine Leitlinie, die mir wichtig ist, ist die Wiederherstellbarkeit von Lebensraum, das heißt, das, was leicht und gut wiederherstellbar ist, kann flexibel angegangen werden. Aber Räume, die lange Entwicklungszeiten brauchen, verdienen einfach mehr Respekt und Unversehrtheit.“
Wie stark sich Sicherheitsfragen verändern, zeigten Beiträge von Gerhard Mössmer (Vorstand Österreichisches Kuratorium für Alpine Sicherheit und Mitarbeiter Österreichischer Alpenverein, Abteilung Bergsport), der „eine Art Vollkasko-Mentalität“ am Berg beobachtet, und Hansueli Rhyner (WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung und Bergführer), der dafür plädierte, Ferienzeiten an verschobene Saisonlogiken anzupassen. Im Panel „Alpine Sportevents im Klimastress“ spannte sich der Bogen von Versicherungsfragen bis zur Athlet:innen-Perspektive, u. a. von der ehemaligen ÖSV-Rennläuferin Mirjam Puchner.
Zukunftsforscher Klaus Kofler zeigte in seinem Talk zur erfolgreichen Nachhaltigkeitskommunikation, warum es dafür auch neue Bilder braucht: „Wenn Zukunft vor allem Angst macht, ziehen sich Menschen zurück und bleiben in der Gegenwart stecken. Deshalb müssen wir Menschen wieder befähigen, in positive Zukunftsräume einzutauchen und Zukunft als gestaltbar zu erleben. Denn Menschen lernen nicht allein über Argumente, sondern vor allem durch Erfahrungen.“ Konkrete Beispiele dafür lieferten „True Impact Stories“ aus Landwirtschaft, Forschung und Unternehmertum – u. a. von Martin Egger (Maschinenring Tirol), Unternehmer Tobias Neuber (ACTANOL) und Mats Mosel (Protect our Winters).
Projekte mit Umsetzungskraft
Im Rahmen eines abschließenden Speeddatings präsentierten die Finalist:innen und Gewinner:innen des Alps Future Awards ihre Projekte einem breiten Fachpublikum – und unterstrichen damit das Motto des 3. AlpenKlimaGipfels: „Tu es!“. Der Award wurde am Vorabend (23. Juni 2026) in zwei Kategorien verliehen. Weitere Informationen zu den ausgezeichneten Projekten und Gewinner:innen sind
hier zugänglich. „Der dritte AlpenKlimaGipfel war wieder getragen von einem offenen Dialog auf Augenhöhe, welcher die Veranstaltung auszeichnet. Als Lebensraum Tirol Gruppe ist es unser Anspruch, diesen Schulterschluss von Tourismus, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft weiter voranzutreiben, damit aus dem Dialog Schritt für Schritt sichtbare Veränderungen werden“, so
Martin Reiter, Geschäftsführer der Lebensraum Tirol Gruppe.
Der AlpenKlimaGipfel war auch 2026 wieder nach den Kriterien von „Green Event Tirol basic“ organisiert.
Über den AlpenKlimaGipfel
Der AlpenKlimaGipfel ist eine interdisziplinäre Dialogplattform zum Thema Klimawandel im alpinen Raum. Ziel ist es, Expert:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Gesundheit, Tourismus, Landwirtschaft, Sport, Medien, Politik und Zivilgesellschaft zu vernetzen, fundierte Informationen zugänglich zu machen und konkrete Lösungsansätze zu diskutieren. Rund um die Organisation wurde ein Team aus Vertreter:innen verschiedener Disziplinen gebildet, die ein hochwertiges Programm garantierten. Teil dieses Teams sind u. a. PD Dr. Mag. Mag. Andrea Fischer (Wissenschaftlerin am Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung der ÖAW, Glaziologin, Wissenschaftlerin des Jahres 2023) und Univ.-Prof. Dr. Ralf Roth (Leiter des Instituts für Outdoor Sport und Umweltforschung der Deutschen Sporthochschule Köln, Initiator des D-A-CH Netzwerks „Klima.Sport.Schnee“).
2026 wird erstmals der Alps Future Award im Rahmen des AlpenKlimaGipfels verliehen: Von dem alpenweiten Tourismusnetzwerk AlpNet und der Lebensraum Tirol Gruppe initiiert, würdigt dieser in den Kategorien „Lebensraum Tirol“ und „Tourismus“ Initiativen, die den Wandel im Alpenraum nicht nur begleiten, sondern aktiv gestalten und zeigt, dass Zukunftsfähigkeit dort entsteht, wo ökologische Vernunft, wirtschaftliche Innovation und gesellschaftliche Wirkung ineinandergreifen.
Die Region Tiroler Zugspitz Arena und die Tiroler Zugspitzbahn sowie die Lebensraum Tirol Gruppe mit ihren Tochtergesellschaften Agrarmarketing Tirol, Standortagentur Tirol und Tirol Werbung unterstützen die Veranstaltung als Presenting Partner und ermöglichen die Gespräche und den Austausch zum Thema Klima in den Alpen auf der Zugspitze. Die TIWAG und die Elektrizitätswerke Reutte (EWR) unterstützen die Veranstaltung als Industriepartner und ermöglichen Studierenden verschiedener Universitäten die Teilnahme am AlpenKlimaGipfel 2026. Für die Organisation der Veranstaltung zeichnet sich die Agentur ProMedia Kommunikation aus Innsbruck verantwortlich.
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