Brandaktuell verlief die Debatte zwischen Ernst Sittinger (Kleine Zeitung), Anna-Maria Wallner (Die Presse), Heidi Glück (Heidi Glück spirit & support) sowie Neos-Bundesvorsitzende Beate Meinl-Reisinger zum Thema „Message Control versus Regierungskritik. Wie können Medien auch im digitalen Zeitalter ihre Unabhängigkeit behalten“. Wallner kritisierte, dass die Art und Weise, wie Informationen an die Medien gelangen, unter der aktuellen Bundesregierung noch stärker kontrolliert wäre: „Oft werden nur kleine Teile von Informationen an gewisse Medienvertreter weitergegeben. Aber wir machen da natürlich auch mit, wir haben den Draht zu den Regierungen.“ Meinl-Reisinger kritisierte, dass der Fokus auf die Botschaft und nicht auf den Inhalt einer Nachricht das Problem wäre. „Die substanzielle Auseinandersetzung findet nicht statt, wir führen keine tiefgründigen Diskussionen, die Themen sind oft schon medial durch, bevor sie wirklich konkret werden.“ Sittinger dagegen stellte die Debatte in Frage: „Ich setze meine Themen selber und mir ist egal, was die Regierung vorgibt.”

„Es geht um die Zukunft der Europäischen Union“
„Provinz war gestern, Welt ist heute: Ein Blick auf Österreich und Europa“ – passender könnte dieses Thema im Hinblick auf die in wenigen Tagen stattfindende Europawahl nicht sein. Othmar Karas, EU Spitzenkandidat der ÖVP, fand dazu klare Worte: „Es geht um die Zukunft der Europäischen Union. Europa ist die Antwort auf den Nationalismus, auf Hass und auf den Holocaust. Die Zukunft der Bürger in der Europäischen Union hängt davon ab, welche Rolle Europa in der Welt spielt.“ Das große europäische Dilemma wäre ein Fehlen der Gemeinschaftskompetenz. „Wir müssen in Europa die Außen- und Sicherheitsdinge selbst in die Hand nehmen und mit allen Teilen der Welt gute wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen pflegen. Es darf, vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht keine Einseitigkeit herrschen. Wir dürfen nicht in Geiselhaft genommen werden“, bringt es Christoph Leitl, Präsident der Europäischen Wirtschaftskammern, auf den Punkt.

Was Medien in der Digitalisierung leisten müssen
Beim Finale des Abends drehte sich alles um die Bedeutung der Digitalisierung für die Medienbranche. Es diskutierten Thomas Hinrichs (Informationsdirektor des BR), Karin Thiller (Geschäftsführerin APA), Lisa Totzauer (Channelmanagerin ORF1) und Oliver Voigt (Geschäftsführer der Handelsblatt-Mediengruppe). Der Grundtenor der Diskutanten war, dass sich durch die technologischen Neuerungen einiges verändert habe. „Wir waren lange in einer Schockstarre”, so Thiller, „aber jetzt haben wir neue Geschäftsmodelle.” Die Technologieabteilung in der APA arbeite auf Hochtouren an neuen Tools für Produktion und Distribution. Auch Hinrichs setzt auf Technologie: „Künstliche Intelligenz kommt als nächstes. Hier müssen wir selbst etwas entwickeln. Wir müssen selbst Regeln definieren, an die man sich halten muss.“ Nicht nur die Technologie verändert sich, sondern auch die Aufgaben der Journalisten: „Die Aufgabenstellung werde in Zukunft viel interessanter, breiter und kreativer sein“, so Voigt. Totzauer betonte, dass die Digitalisierung und Netzwerkwerbung die größte Bedrohung der Medien in der Geschichte wären. „Online kostet die gleiche Reichweite ein Fünftel – außerdem kann sie präzise definiert werden. Für uns ist das eine große Bedrohung und wir haben nicht viel Zeit. Wir brauchen Bindung und emotionale Nähe zu unseren Sehern.“

Digitaler Journalismus der Zukunft
Zum Abschluss diskutierte am Samstagvormittag die Teilnehmenden der Medienakademie, die im Rahmen des Medien.Mittelpunkts stattfand, mit Martin Kotynek (Chefredakteur Der Standard) und Anna-Maria Wallner über den digitalen Journalismus der Zukunft. Über die Debatte Print versus Online wäre man in diesem Zusammenhang schon hinaus. „Wir denken nicht in Print und Online, sondern in Geschwindigkeit“, so Kotynek. Mit den WhatsApp Push-Benachrichtigungen, Tabloid-Formaten und den Podcasts wären auch Formate für eine junges Zielpublikum geboten. „Wir arbeiten daran, dass wir die größte Diskursplattform im deutschsprachigen Raum werden. Dazu braucht es eine konsequente Moderation. Deshalb beschäftigen wir für die Moderation in unseren Foren 16 Personen“, so Kotynek. Den angehenden Journalisten der Medienakademie raten Wallner und Kotynek einstimmig: „Bringt euch ein und traut euch einfach! Bewerbt euch für Praktika, bringt Ideen für Geschichten mit. Man muss nicht gleich im Innenpolitik-Ressort starten, es ist nur wichtig, dass man den Fuß in der Tür hat.“

Ein zufriedenes Resümee zog auch Ernst Kammerer, Geschäftsführer Tourismusverband Salzkammergut – Ausseerland: „Insbesondere die Medienakademie hat aus unserer Sicht einen hohen Wert für die Veranstaltung entwickelt. Der Austausch zwischen angehenden Journalisten und arrivierten Medienmachern stiftet auf beiden Seiten einen großen Nutzen – das wollen wir auch in Zukunft gerne fördern.“
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